Vom Tier und Mensch

“Sag was ist der Unterschied zwischen einem Tier und dem Menschen”, fragte ein kleiner Junge dem einstigen Propheten. “Schau dir die Tiere und Menschen genauer an.” Der kleine Junge schaute sich um. “Schau nicht nur mit den Augen, sondern auch mit dem Herzen.” Viele kleine Verknüpfungen wurden für ihm sichtbar. Sein Gesicht erhellte sich, als er Bienen zusammen fliegen sah. Es schien, dass sie sich unterhielten und gemeinsam spielten. Ein Vogel, der Weise Schwarze, krähte in seiner gängigen Manier. Lauernd wartete die Krähe bis sich ein totes Tier fand. Das Gesicht des kleines Jungen verzog sich, seine Augen drückten Faszination und Trauer aus. Desweilen hoppelte ein neugieriger Hase auf das Feld, knabberte und schnüffelte, als längst schon ein Fuchs ihn auflauerte. Der kleine Junge mochte Hasen und wollte ihm zurufen, doch der Fuchs war listig und flink, sodass der Hase sich nicht schnell genug in Sicherheit begeben konnte. Die Augen des kleinen Jungen waren aufgerissen und starr. Als der Fuchs von seiner Beute abließ, dauerte es nicht lang und andere Tiere kamen und teilten sich die Beute. Der Philosoph schaute den kleinen Jungen mit liebevollen Augen an und sah sich selbst einst als Kind. “Es gibt keinen großen Unterschied zum Tier, mein Junge. Viel mehr sind Menschen die gefährlichsten Tiere, sie töten hauptsächlich nicht mehr um des Hungers willen, sondern aus Macht und Geld.”

„Wieso machen Menschen das?“ , wollte der kleine Junge wissen. Der Prophet schaute sich um und sein Gesicht spiegelte Trauer und Zorn wieder. Er hielt inne und klang erfahren in seinen weltanschaulichen Worten: „Jeder hat andere Motive, doch letztendlich geht es um Besitz. Jeder Körper benötigt Platz, andere weniger und andere mehr. Sogar die Natur benötigt Platz. Daher sind Menschen auch jemanden unterteilt, einige wissen es bloß nicht oder sie haben vergessen richtig mit den Augen zu sehen.“ Beide standen noch eine zeitlang beisammen und schauten den treiben zu.

 

 

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